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Wetterspruch des Tages
Ist es noch kalt auf St. Vital, friert es uns noch fünfzehnmal.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 28.04.2026

Wissenschaft kompakt

Einheitenchaos - Teil 3: Niederschlag



Schwacher Niesel, stundenlange Wassermassen oder doch nur ein kurzer
Schauer. In welchen Einheiten der Regen gemessen wird, soll im
heutigen Thema des Tages geklärt werden.



Wenn der Himmel grau und dunkel ist und der Regen vom Himmel fällt,
vermissen die einen den Sonnenschein, die anderen genießen den
beruhigenden und stimmungsvollen Klang des prasselnden Regens.
Nachdem die Einheiten für die Temperatur und den Wind näher
betrachtet worden sind, wenden wir uns heute dem Niederschlag zu.


Beim Niederschlag kommt es einerseits darauf an, welche Menge fällt
und andererseits über welche Zeitspanne hinweg. Die Regenmenge kann
in Liter pro Quadratmeter (L/m²) gemessen werden. Es wird also der
Regen, der auf eine 1x1 m große Fläche fällt, angegeben. Da ein Liter
Wasser das Volumen von einem Kubikdezimeter hat, ist die Einheit
Millimeter (pro Quadratmeter) genau gleichbedeutend mit L/m². Um eine
Vorstellung für die Mengen zu bekommen: Wenn ein voller,
haushaltsüblichen Eimer Wasser über Sie ausgegossen wird, entspricht
das beispielsweise 10 Litern. Nach solch einem unfreiwilligen Bad
wären Sie klatschnass. Würde diese Menge jedoch nicht in wenigen
Sekunden, sondern über mehrere Stunden oder gar Tage fallen, so würde
es sich nicht mehr so unangenehm anfühlen. Die
Niederschlagsintensität, also die Regenmenge pro Zeit, ist das
Stichwort. Eine grobe Kategorisierung der Niederschlagsintensitäten
ist im DWD-Lexikon nachzulesen. Hier zu finden ist beispielsweise,
dass selbst starker Sprühregen nur wenige Zehntel L/m² innerhalb
einer Stunde bringt. Von starkem Regen hingegen wird ab etwa 10 mm
pro Stunde gesprochen, von einem starken Regenschauer ab 1,7 L/m² in
10 Minuten.



Für höhere und potentiell gefährliche Mengen sind die vom DWD
konzipierten Regenwarnungen gedacht (siehe dazu die offiziellen
Warnkriterien auf unserer DWD-Internetseite). Dabei wird generell
zwischen Starkregen (ein- bis sechsstündig) und Dauerregen (>12
Stunden) unterschieden. Dementsprechend wird die Schwelle für
markanten Starkregen bereits bei 15 L/m² (innerhalb einer Stunde)
erreicht, für Dauerregen dagegen ist eine Menge von 25 L/m²
(innerhalb von 12 Stunden) notwendig. Die höchste Warnstufe (violett)
beginnt bei 40 L/m² in einer Stunde bzw. 70 L/m² in 12 Stunden. Bei
diesen Mengen muss mit erheblichen Gefährdungen wie zum Beispiel
Überflutungen von Straßen, Unterführungen oder Kellern, mit
Aquaplaning oder auch mit Erdrutschen gerechnet werden.



Nun gibt es natürlich nicht nur flüssigen Niederschlag, sondern auch
festen wie Schnee. Als grobe Richtwerte bringt leichter Schneefall
etwa 1 mm, starker Schneefall mehr als 5 mm in einer Stunde.
Offizielle Schneefallwarnungen betrachten die Neuschneemenge
innerhalb von 6 bis 72 Stunden. Die sechsstündigen Schwellenwerte
beginnen bei 5 cm für leichten Schneefall und bei 20 cm für extrem
starken Schneefall.
Was das aktuelle Wetter angeht, so sind wir von solchen Regen- und
Schneemengen weit entfernt. Das ausgeprägte Bodenhochdruckgebiet
WINFRIED über den Britischen Inseln und Skandinavien, wie auch ein
Höhenrücken über dem Atlantik, führen derzeit dazu, dass
Tiefdrucksysteme Mangelware sind und Deutschland kaum Niederschlag
abbekommt. In Abbildung 1 ist in der linken Karte zur
Veranschaulichung der Gesamtniederschlag bis Sonntag 8 Uhr des
deutschen ICON6-Modells dargestellt. Wunderbar zu sehen ist, wie der
Niederschlag einen großen Bogen um die Bundesrepublik macht und kaum
ein Tropfen fällt. Was Landwirte und Gärtner betrübt, freut so
manchen Sonnenliebhaber. Jedoch sind die Unsicherheiten in der
Vorhersage für das kommende Wochenende noch recht groß. So sagt das
europäische Modell (Abb. 1 rechts) am Samstag Schauer im Westen und
Nordwesten vorher. Es gibt also einen kleinen Licht- (oder eher
Regen-?) Blick für alle, die ein wenig mehr Abwechslung im
Wettergeschehen herbeisehnen.

M.Sc. Fabian Chow

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.04.2026

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