Wetter aktuell
Turbulente erste Tage im Jahr 2026!
Schnee war in diesem Winter bisher größtenteils Mangelware. Doch in
den nächsten Tagen zeigt sich Frau Holle deutlich großzügiger. Wo
dies der Fall ist, erfahren Sie im heutigen Thema des Tages.
Während der Winter bis kurz vor Weihnachten seinem altbekannten
Muster der letzten Jahre folgte, stellte sich pünktlich zu
Weihnachten die Wetterlage um. Mit einer nordöstlichen Strömung kamen
deutlich kühlere Luftmassen ins Land und sorgten für die kältesten
Weihnachtsfeiertage seit 15 Jahren! Schnee gab es dabei nur im Süden
gebietsweise und auch dort nur in homöopathischen Mengen. Ansonsten
dominierte überwiegend hoher Luftdruck. Damit herrschte im Süden und
im Bergland teils Dauerfrost und in den Nächten trat verbreitet
mäßiger Frost und stellenweise sogar strenger Frost von unter -10
Grad auf.
In Richtung Jahreswechsel änderte sich die Wetterlage dann aber
sukzessive um. Das blockierende Hoch JASMIN verlagerte sich mit
seinem Schwerpunkt in Richtung Südgrönland. Damit wurde der Platz
frei für Tief TIZIAN. TIZIAN befindet sich aktuell als ausgewachsenes
Sturmtief mit seinem Zentrum über Südnorwegen. Die Kaltfront des
Tiefs verlagert sich im Laufe des Tages allmählich über
Norddeutschland hinweg nach Südosten. Hinter dieser Front strömt vor
allem in der Höhe Kaltluft nach Deutschland. Dadurch wird die
Troposphäre labilisiert und es treten vermehrt schauartige
Niederschläge auf. Die Schneefallgrenze befindet sich heute tagsüber
bei etwa 200 bis 400 Metern und sinkt in der Nacht vor allem bei
stärkeren Schauern bis ins Tiefland ab.
Die Meeresoberflächentemperaturen auf der Nordsee liegen aktuell bei
etwa 8 Grad. Gleichzeitig zeigt die arktische Luftmasse in 1,5
Kilometer Höhe Temperaturen von -5 bis -8 Grad und in 5,5 Kilometer
Höhe zum kommenden Wochenende sogar um -40 Grad. Aufgrund dieser
großen Temperaturdifferenz und kleinräumigen Trögen entwickeln sich
über der Nordsee kräftige Schauerbänder. Örtlich ist auch Blitz und
Donner dabei. Diese Schauerbänder verlagern sich unter leichter
Abschwächung gegen Abend auch bis zu den zentralen Mittelgebirgen. In
der kommenden Nacht sinkt die Schneefallgrenze bis ins Flachland ab,
sodass stellenweise auch im norddeutschen Tiefland kräftiger
Schneefall mit erheblicher Glättegefahr möglich ist. Im Bereich
dieser kräftigen Schauerbänder sind linienhaft durchaus 5 bis 10 cm
Neuschnee innerhalb von wenigen Stunden möglich. Im Stau der
Mittelgebirge örtlich auch noch etwas mehr. Vor allem im Bergland und
im Norden weht zudem ein starker- bis stürmischer Wind. In den
Hochlagen der östlichen Mittelgebirge treten mitunter starke
Schneeverwehungen auf.
Der Süden bleibt heute vorerst noch unter schwachem
Hochdruckeinfluss. Dadurch bleibt es dort bis in die Nacht auf
Freitag meist trocken. Erst am Freitag tagsüber treten auch dort
gebietsweise Schneefälle auf. Am Freitag und Samstag bleibt uns diese
Wetterlage erhalten. Dazu gehen die Temperaturen noch etwas zurück.
Damit sind vermehrt Schneeschauer bis ins Tiefland möglich. Genaue
Schwerpunkte können aufgrund der Kleinräumigkeit des Wetterphänomens
aktuell noch nicht ausgemacht werden. Die höchsten
Niederschlagsmengen werden aber voraussichtlich im Nord- und
Nordweststau der zentralen Mittelgebirge erwartet. Dort sind bis
Sonntag regional 20 bis 30 cm Neuschnee möglich. Aber auch sonst gibt
es gute Chancen auf Schnee. Allerdings werden die Mengen vor allem im
Flachland aufgrund der Schaueraktivität sehr inhomogen ausfallen. Die
geringsten Chancen auf eine Schneedecke gibt es entlang des Mittel-
und Oberrheins sowie am unteren Main. Aber auch hier ist die eine
oder andere weiße Überraschung möglich!
Auch in der kommenden Woche bleibt uns das Winterwetter vorerst
erhalten. In der Nordhälfte gibt es zeitweise weitere Schneefälle. Im
Süden herrscht dagegen unter Hochdruckeinfluss vorübergehend
trockenes Wetter. Dazu bleibt es kalt. Gebietsweise herrscht
Dauerfrost. Im Süden sind in den Nächten stellenweise auch
Temperaturen von unter -10 Grad möglich. Alle Winterfreunde kommen in
nächster Zeit also voll auf ihre Kosten!
M.Sc. Met. Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.01.2026
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