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Wetterspruch des Tages
Sebastian je kälter und heller – dann werden Scheuer und Fässer umso völler.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 20.01.2026

Wissenschaft kompakt

Eisnebelhalos - ein himmlisches Phänomen auf Erden



Im heutigen Thema des Tages geht es um eine besondere Form der Halos,
die nicht am Himmel stehen, sondern auf der Erde in greifbarer Nähe
zu sein scheinen: Die Eisnebelhalos.



Die weithin sichtbaren, teils farbenfrohen Lichtspuren der ?Halos? am
Himmel hat wahrscheinlich jeder schon einmal gesehen, wenn sich hohe,
dünne Schleierbewölkung (Cirrus) vor die Sonne schiebt. Diese
himmlischen Phänomene gibt es aber auch am Erdboden, quasi zum
Greifen nahe: Die Eisnebelhalos.

Halos sind Lichteffekte der atmosphärischen Optik, die durch
Reflexion und Brechung von Licht an Eiskristallen entstehen.
Sonnenlicht wird beim Eindringen in die Eiskristalle gebrochen,
wodurch sich die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichtes ändert und
der Lichtstrahl abgelenkt wird. Die Stärke der Lichtbrechung ist
abhängig von der Frequenz des Lichtes, wodurch es zu einer
Aufspaltung in die spektralen Einzelteile kommt wie bei einem
Regenbogen. Das nennt man in der Optik Dispersion (siehe Beispiel in
Abbildung 2). Im Inneren wird das Licht dann mitunter mehrfach an den
Wänden der Kristalle reflektiert, also wie bei einem Spiegel
zurückgeworfen, und tritt schließlich wieder aus den Kristallen aus.
Wie und wohin genau das Licht reflektiert und gebrochen wird, hängt
von der Form der Kristalle sowie dessen Orientierung relativ zum
einfallenden Sonnenlicht ab. So vielfältig die geometrischen Formen
der Eiskristalle sind, so vielfältig sind auch die unterschiedlichen
Formen der Halo-Erscheinungen.

Damit es zu Halos kommt, braucht es folglich Sonne und Eiskristalle.
Während diese Kombination in großer Höhe (z. B. in 10 Kilometern)
wegen der dort vorkommenden, dünnen Schleierwolken häufiger vorkommt,
hat dies am Erdboden eher Seltenheitswert. Zwar stellt beispielsweise
Eisnebel, also Nebel bei Temperaturen von unter 0 Grad Celsius, die
notwendigen Eiskristalle bei entsprechender Wetterlage zur Verfügung,
aber meistens ist dieser zu dicht, dass nicht genügend Sonnenlicht
bis zum Erdboden bzw. zum Beobachter durchdringt. Bessere Chancen hat
man da in den Hochlagen der Mittelgebirge und in den Alpen, wenn der
Nebel aus den Tälern gerade so in Form weniger Eiskristalle zum
Beobachter schwappt, die Sonne aber noch nicht verdunkelt. Ein Mekka
für Eisnebelhalos in Deutschland ist das Erzgebirge, wenn sich der
Nebel aus dem Böhmischen Becken in Tschechien über den Kamm kämpft
und auf deutscher Seite in winzige Eiskristalle zerfällt. Die Halos
sind dann nicht mehr am Himmel, sondern um einen herum. Alles funkelt
und glitzert.

Die beiden Fotos in Abbildung 1 und 3, aufgenommen von Seraphine
Hauser und Christian Grams am 22.11.2025 am Furggelenstock im Kanton
Schwyz in der Schweiz, zeigen sehr eindrucksvoll Eisnebelhalos in
allen möglichen Farben und Facetten. Die beiden Ringe um die Sonne
nennt man 22°- und 46°-Ring, wobei die Grad-Angaben die Entfernung
des Halos zur Sonne (vom Blickpunkt des Beobachters) bemessen. Die
Bögen, die sich oberhalb und unterhalb der Sonnen an den inneren
22°-Ring schmiegen, nennt man obere und untere Berührungsbögen. Die
hellen Punkte im inneren Ring links und rechts der Sonne sind die
sog. Nebensonnen. Sehr schön zu erkennen sind darüber hinaus der
waagerecht verlaufende Horizontkreis und die vertikal verlaufenden
Lichtsäulen, die sich in der Sonne schneiden. Insgesamt sind über 50
verschiedene Halo-Arten bekannt, einige von ihnen lassen sich
häufiger beobachten, andere nur sehr selten. So oder so gehören
Eisnebelhalos wohl zu den schönsten Wetterphänomenen.


Dipl.-Met. Markus Eifried

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.01.2026

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