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Wetterspruch des Tages
Kalter Februar gibt ein gutes Roggenjahr.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 07.02.2026

Wetter aktuell

Winter, quo vadis?


Die Tage werden bereits merklich länger, im Südwesten gibt es fast
frühlingshafte Temperaturen und ab Mitte der neuen Woche führt ein
atlantischer Tiefausläufer milde Meeresluft heran, sodass auch der
bisher kalte Nordosten auftaut. Die Frage ist: War es das mit dem
Winter oder wird es noch einmal richtig kalt?.


Aktuell herrschen am Oberrhein bei viel Sonnenschein frühlingshafte
Temperaturen von bis zu 13 °C. Währenddessen sickert im Nordosten bei
Temperaturen um 0 °C schon wieder bodennah kältere Luft ein, wodurch
leichter Schneefall eingesetzt hat.
So geht es auch in den nächsten Tagen weiter. An der großräumigen
Wetterlage ändert sich nämlich wenig: Über Nordosteuropa liegt
weiterhin ein mit bodennaher Kaltluft angefülltes Hochdruckgebiet.
Demgegenüber steht ein Tiefdruckgebiet über dem Atlantik, dessen
Weiterkommen vom osteuropäischen Hochdruckgebiet blockiert wird.
Dadurch wird weiterhin milde Luft in den Südwesten gelenkt, während
an der Westflanke des Hochdruckgebietes erneut kältere Luft in den
Nordosten einsickert. Im Nordosten geht es mit recht tristem
Winterwetter, Hochnebel und etwas Schneegriesel weiter. Aber auch im
Südwesten hat die Sonne es zunehmend schwer, sich gegen den Hochnebel
durchzusetzen.

Ab Mitte kommender Woche ändert sich die Wetterlage. Das Hoch über
Nordosteuropa schwächt sich dann ab, sodass das Atlantiktief mit
milder Meeresluft zu uns vorrücken kann. Die genaue Zugbahn des
Tiefdruckgebietes ist noch unsicher, doch die meisten Modelle
berechnen inzwischen eine nördliche Zugbahn. Dadurch kann sich auch
im Norden milde Meeresluft durchsetzen, sodass auch der Nordosten
langsam auftauen wird. Dabei kann es dort anfangs durchaus wieder zu
Glatteis kommen, während es im Südwesten Deutschlands viel regnet.

Die Frage ist: Wie geht es danach weiter? Gibt sich der Winter schon
geschlagen? Die Kaltluft wird voraussichtlich nicht weit in den
Norden verdrängt. Zudem liegt in einem großen Teil von Nordost- und
Nordeuropa Schnee. Dadurch hat sich dort ein großes Kältereservoir
gebildet, das bei entsprechenden Lagen angezapft werden kann. Genau
das wird wahrscheinlich am nächsten Wochenende passieren. Die meisten
Modelle deuten darauf hin, dass das besagte Tief nach Nordosten
abzieht, die Strömung auf seiner Rückseite auf Nord dreht und die
Kaltluft dadurch wieder zu uns zurückkehren kann. Ob dieser
Wintereinbruch von Dauer ist, lässt sich kaum sagen. Die
Modellunterschiede sind zu groß, sodass das Folgende Spekulation
bleibt: Besonders stabil sieht die Wetterlage jedoch nicht aus, denn
wahrscheinlich steigt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik, die
danach rasch wieder Milderung bringen könnte.

Auch wenn in den vergangenen Jahren der Spätwinter meist ziemlich
mild ausgefallen ist, ist es statistisch gesehen eher
unwahrscheinlich, dass es an Mitte Februar zu keinen markanten
Kaltluftvorstößen nach Mitteleuropa mehr kommt.


Dipl.-Met. Christian Herold

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.02.2026

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