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Wetterspruch des Tages
Märzenschnee und Jungfernpracht halten oft nur eine Nacht.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 05.03.2026

Wetter aktuell

Grüße aus der Sahara



Der Hochdruckeinfluss beschert uns weiterhin überwiegend
störungsfreies Wetter. Dabei ist es gebietsweise frühlingshaft mild
und oft scheint die Sonne. Die großräumigen Strömungen senden uns zum
Ende der Woche aber auch einen Gruß aus Nordafrika.



In den letzten Tagen herrschte in weiten Teilen des Landes
frühlingshaft mildes und meist sonniges Wetter. Nur vereinzelt
hielten sich Nebelfelder länger. Grund dafür ist Hochdruckgebiet
JANNIS, das sich über Mittel- und Südosteuropa ausgedehnt hat. Es
lenkt trockene Luft zu uns und hält Tiefdruckgebiete mit feuchter
Luft fern. Dadurch können sich kaum Wolken bilden. Nur in der Nähe
größerer Flüsse und in engen Tälern, wo die Feuchtigkeit sich nachts
nicht wegbewegen kann, bilden sich immer wieder Nebelfelder, die sich
tagsüber meist aber auflösen.

Wer sich die obige Analysekarte genau ansieht, der entdeckt ein
umfangreiches, wenn auch nicht besonders stark ausgeprägtes
Tiefdruckgebiet über Nordafrika. Es "saugt" bereits seit ein paar
Tagen Saharastaub an und führt es in größere Höhen entgegen dem
Uhrzeigersinn nordwärts. Inzwischen hat es der Staub bis nach Spanien
und Frankreich geschafft und lässt sich schon im Satellitenbild
erkennen.

Aktuell verlagert sich das Tief langsam nach Südwesteuropa, wo es vom
Hoch über Mitteleuropa und einem Hoch über dem Atlantik in die Mangel
genommen wird. Dabei dehnt es sich leicht nordwärts bis nach
Südengland aus, füllt sich aber am Wochenende allmählich auf und
zerfällt.

Die Ausdehnung sorgt für eine weit nach Norden reichende Verteilung
der staubbelasteten Luft. Die wiederum wird vom Hoch über Mittel- und
Osteuropa angezapft und so schließlich auch zu uns geführt.
In der unten angefügten Animation sieht man die Verlagerung der
stärksten Staubgebiete (je roter, umso höher ist die
Staubkonzentration) erst in den Westen Europas und dann am morgigen
Freitag mit sich etwas ostwärts zurückziehendem Hoch auch zu uns.

Dabei kann der Staub Konvektion und somit Wolkenbildung auslösen.
Zumindest aber wird er den Himmel etwas eintrüben, sodass der
Sonnenschein milchig oder trüb erscheinen kann.

Am Wochenende bleibt die mit Staub angereicherte Luft über uns
liegen, wenngleich die Konzentration aufgrund der horizontalen
Verteilung und dem versiegenden Zustrom langsam abnimmt. Am Samstag
sind im äußersten Norden und Nordosten im Zuge eines kleinräumigen
Höhentiefs über Südschweden und dadurch leicht angefeuchteter Luft
auch Regenfälle möglich. Diese können den Staub auswaschen, was zu
sichtbaren Spuren auf Gegenständen führen sollte.


Dipl. Met. Jacqueline Kernn

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.03.2026

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