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Wetterspruch des Tages
An Romanus (29. Februar) und Lupizinius, die Sonne scheinen muss.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 21.03.2019

Welttag der Poesie

Die Poesie soll uns auf künstlerische Art Lebenserfahrungen näher
bringen. Dabei wird neben Rhythmus und Reim oft auch eine bildhafte
Sprache verwendet, um den Leser zu erreichen, zu rühren und seine
Fantasie anzuregen. Da sich das Wetter am heutigen Mittwoch ähnlich
gestaltet wie gestern (siehe Thema des Tages vom 20.03.2019:
https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2019/3/20.html), schauen
wir am internationalen Tag der Poesie einmal auf die Dichter und
Denker dieser Welt und ihre Sicht und Gedanken auf und über das
Wetter im Allgemeinen.

Der berühmte deutsche Dichter Wilhelm Busch (geb. 1832, gest. 1908)
hat einmal gesagt: "Der Weise äußert sich vorsichtig, der Narr mit
Bestimmtheit über das kommende Wetter." So halten wir Meteorologen es
auch heute noch, wenn die Wetterlage nicht sicher ist oder die
Vorhersage zu weit in die Zukunft geht, wenn wir sie also nicht so
detailliert beschreiben können.

"Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischt, Wind kräftigt, Schnee
erheitert. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur verschiedene
Arten von Gutem." John Ruskin (geb. 1819, gest. 1900), ein englischer
Schriftsteller, soll das zum Besten gegeben haben. Und in gewisser
Weise hat er Recht. Für jeden ist gutes Wetter etwas anderes. Und was
uns heute noch "gutes Wetter" ist, ist morgen vielleicht schon
"schlecht". Erinnern wir uns an das letzte Jahr. Als es zu Ostern
noch einmal schneite, wurden die Rufe nach sonnigem, trockenem und
warmem Wetter zunehmend lauter. Und nach den dann folgenden fünf
Monaten Sonne, Hitze und praktisch keinem Regen wünschten sich viele
einen baldigen und nassen Herbst.

Samuel Johnson (geb. 1709, gest. 1784), ein englischer
Sprachforscher, sagte einmal: "Wenn zwei Engländer sich treffen,
sprechen sie zuallererst über das Wetter. Sie beeilen sich, sich
gegenseitig mitzuteilen, was jeder schon wissen muss." Was wäre der
Small Talk ohne Wetter? Viele Gespräche beginnen damit, in der
Hoffnung das Eis zu brechen. Offensichtlich war das schon so vor 200
Jahren, der Wirkungszeit des Autors und auch heute noch.

Johann Wolfgang von Goethe (geb. 1749, gest. 1832), der große
deutsche Dichter, Denker und Naturforscher, hatte sein ganz eigenes
Verhältnis zum Wetter: "Lass regnen, wenn es regnen will, dem Wetter
seinen Lauf; denn wenn es nicht mehr regnen will, so hört's von
selber auf!" Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain (geb. 1835,
gest. 1910) hingegen soll gesagt haben: "Jeder schimpft auf das
Wetter, aber keiner tut etwas dagegen." Die Manipulation des Wetters
wird seit Jahrzehnten tatsächlich erforscht und in einigen Regionen
der Erde auch mehr oder weniger erfolgreich umgesetzt. Allerdings
sind wir (nach Auffassung der Verfasserin: glücklicherweise) noch
nicht in der Lage das Wetter so zu gestalten, wie es uns gefällt.
Aber wer weiß, was die Zukunft bringt.

Mit einem romantischen Gedicht der deutschen Dichterin Anna Ritter
(geb. 1865, gest. 1921) über den Sturm schließen wir den kleinen
Exkurs zu den Dichtern und Denkern:

"Ich wollt', ich wär' des Sturmes Weib,
Es sollte mir nicht grausen,
Auf Felsenhöhen wohnt ich dann,
Dort, wo die Adler hausen.

Die Sonne wäre mein Gespiel,
Die Winde meine Knappen,
Mit dem Gemahl führ' ich dahin
Auf flücht'gem Wolkenrappen.

Frei würd' ich sein und stolz und groß,
Die Königin der Ferne,
Tief unter mir die dumpfe Welt
Und über mir die Sterne!"

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.03.2019

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