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Wetterspruch des Tages
Nach Fridolin, da zieht der Winter hin.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 06.03.2026

Wetter aktuell

Die Omegawetterlage



Derzeit bestimmt eine stabile Omegawetterlage das Wetter über
Mitteleuropa und sorgt für ungewöhnlich warmes und trockenes
März-Wetter. Doch wie kommt es zu dieser Blockierung des Jetstreams
und wie lange bleibt sie bestehen?



Bisher sorgte anhaltendes Hochdruckwetter für einen trockenen und
ungewöhnlich warmen Start in den März. Ursache ist eine sogenannte
Omegawetterlage. Diese stellte sich Ende Februar ein, als es im
Nordosten Kanadas zu einem kräftigen Kaltlufteinbruch kam. Dabei
fließt die Kaltluft über dem vergleichsweise warmen Atlantik aus und
sorgt dort für Tiefdruckbildung. Somit liegt über dem Nordatlantik
ein sich immer wieder regenerierendes Höhentief, also ein
Tiefdruckgebiet in höheren Luftschichten zwischen etwa 4 und 9 km
Höhe.
Auf dessen Ostseite gelangt mit südlicher Strömung sehr warme Luft
aus Nordafrika nach West- und Mitteleuropa. Dadurch hat sich ein
kräftiges Hochdruckgebiet über Mitteleuropa aufgebaut. Dieses kann
jedoch nicht nach Osten abziehen, da sich über Westrussland ein
weiteres Höhentief befindet. Eingekeilt zwischen diesen beiden
Höhentiefs bleibt die Lage des Hochdruckgebietes relativ stabil,
sodass solche Wetterlagen meist über einen längeren Zeitraum hinweg
bestehen bleiben.
Bei einer Omegalage nimmt die Höhenströmung die Form des griechischen
Buchstabens ? an, daher der Name. Solche blockierenden Wetterlagen
entstehen, wenn der Jetstream stark gewellt ist und ein kräftiges
Hochdruckgebiet zwischen zwei Tiefdruckgebieten festliegt. Dadurch
wird der Westwindstrom umgelenkt oder unterbrochen und das Muster
bleibt über längere Zeit nahezu stationär.
Zusätzlich wirkt der sogenannte Beta-Effekt: Er beschreibt, dass die
Corioliskraft (scheinbare Ablenkung durch die Erdrotation) mit
zunehmender geografischer Breite stärker wird und dadurch die Dynamik
großräumiger Wellen im Jetstream beeinflusst. In ausgeprägten
Wellenlagen trägt dieser Effekt dazu bei, dass sich das Muster nur
langsam weiter verlagert und länger bestehen bleibt. In einer
Omegalage unterstützt er somit die typische Wellenform der
Höhenströmung und die Stabilität der Lage.
In den vergangenen Jahren häuften sich solche Omegalagen im Frühling,
sodass es oft zu trockenen und warmen Phasen kam.
Auch am Wochenende bleibt die warme Luft aus Nordafrika wirksam und
sorgt im Westen für Höchsttemperaturen von über 20 °C. Die Nächte
bleiben jedoch weiterhin relativ frisch, teils sogar frostig.
Verantwortlich dafür ist die vergleichsweise lange nächtliche
Ausstrahlung in den meist klaren Nächten zu dieser Jahreszeit.
Ab Beginn der nächsten Woche wird die Omegalage dann allmählich
abgebaut. Das Hoch verlagert sich ostwärts Richtung Russland und
macht Platz für atlantische Tiefausläufer. Diese gestalten das Wetter
vor allem im Westen zunehmend wechselhaft, besonders ab Mitte der
nächsten Woche. Trotz einer leichten Abkühlung bleibt das
Temperaturniveau dabei weiterhin über dem für Anfang März üblichen
klimatologischen Mittel.


Dipl. Met. Christian Herold

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.03.2026

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