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Wetterspruch des Tages
Knarrt im Januar Eis und Schnee, gibt’s zur Ernt’ viel Korn und Klee.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 24.01.2020

Nordaustralien unter Wasser?

In den nächsten Tagen verstärkt sich ein tropisches Tief über dem
Norden Australiens und führt über Tage hinweg zu teils heftigen
Regenfällen.

In letzter Zeit war Australien ja häufig wegen der heftigen
Buschbrände im Südosten Australiens in den Schlagzeilen. Nachfolgend
traten in diesen Gebieten örtlich kräftige Gewitter mit lokal großem
Hagel auf. Momentan normalisiert sich das Wetter in diesen Regionen,
was bedeutet, dass für die Jahreszeit üblich häufiger mal Regen
fällt, der aber nicht unwetterartig ausfällt. Das hängt maßgeblich
mit der Änderung der Phase des Indisch-Ozeanischen Dipols (IOD)
zusammen, der derzeit wieder in die neutrale Phase zurückschwingt und
dort auch in den nächsten Monaten verbleiben soll (siehe auch
https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2020/1/13.html).

Derweil entwickelt sich über dem Norden Australiens ein Tropisches
Tief, das sich in den nächsten Tagen noch verstärkt und dabei relativ
stationär bleibt. Grund dafür ist das Zusammenspiel trocken-heißer
Luftmassen aus dem Landesinneren mit feuchtwarmen Meeres-Luftmassen,
die für verstärkte konvektive Niederschläge (also mitunter kräftige
Gewitter mit wiederholtem Starkregen) sorgen werden. Aufgrund
allgemein schwacher Luftdruckgegensätze in der Region wird sich daran
in den nächsten Tagen nichts Wesentliches ändern.

Das bedeutet insbesondere für den Norden, Anfang der kommenden Woche
auch verstärkt für den Nordosten Australiens immer wieder teils
kräftige Gewitter, die von Starkniederschlägen und Sturmböen (vor
allem in Küstennähe) begleitet sein können.

In der beiliegenden Grafik sind mal die 24-stündigen
Niederschlagsmengen von Samstag 0 Uhr UTC bis Sonntag, 0 Uhr UTC
aufgeführt, entsprechend im Vergleich der beiden Globalmodelle ICON
und ECMWF. Da sind Niederschlagssummen bis 200 l/qm, lokal auch noch
darüber möglich, wobei bei heftigen (tropischen) Gewittern diese
Niederschlagssummen auch in deutlich kürzerer Zeit auftreten können.


Der australische Wetterdienst sieht das allerdings recht entspannt in
Bezug auf das Warnmanagement, sind einerseits solche Niederschläge
doch nicht ungewöhnlich im tropisch geprägten Klima Nordaustraliens
zu dieser Jahreszeit, andererseits sind auch die Auswirkungen eher
lokal begrenzt. In der aktuellen Vorhersage ist lediglich das
Potenzial für Gewitter in einem breiten Streifen im Norden und Osten,
teils bis in die Mitte des Landes erhöht (siehe auch
http://www.bom.gov.au/australia/meteye/ ).

Für Mitteleuropa wäre das schon eine echte Herausforderung, sowohl
für uns Meteorologen als auch für andere Bereiche wie
Wasserwirtschaft, Katastrophenschutz, Feuerwehr etc. etc.

Über neue Entwicklungen in diesem Gebiet halten wir Sie auf dem
Laufenden.

Dr. rer. nat. Jens Bonewitz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.01.2020

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